PRÄSIDENT JOKO WIDODO: INDONESIEN NIMMT ES ERNST, MIT DEUTSCHLAND IN GESCHÄFTSVERBINDUNG ZU TRETEN

 

Indonesien nimmt es ernst, mit Deutschland in Geschäftsverbindung zu treten, und zu diesem Zweck stellt das Comprehensive Economic Partnership Agreement oder CEPA mit der Europäischen Union das Hauptanliegen des internationalen Handels dar. Dies ist die Botschaft, die Präsident Joko Widodo beim Deutsch-Indonesischen Business Forum im Ballsaal des Hotel Adlon Kempinski in Berlin am Montag, dem 18. April 2016 in seiner Festrede verkündete.

 

Der Präsident brachte auch seine Begeisterung für die deutsche Geschäftskultur zur Sprache. „Ich bin ebenso, ich mag nicht viel reden, ich mag viel tun“, sagte der Präsident.

 

Joko Widodos Besuch in Deutschland ist sein erster als Präsident. Als er aber noch Geschäftstätigkeit nachging, machte er bereits mit Deutschland viele Geschäftserfahrungen. „Während meiner zwanzigjährigen Tätigkeit als Möbelhändler besuchte ich vielmals die Kölner Möbelmesse ………“ sagte der Präsident, und „Ich glaube, ich sage lieber: Ich bin ein Kölner“.

 

Der Präsident sagte, obwohl die globale Wirtschaft sich gegenwärtig von vielen Herausforderungen konfrontiert sehe, trage Indonesien eine überraschende Anpassungsfähigkeit, ja sogar Wachstum, zu Tage. Trotz den Erwartungen wuchs Indonesiens BIP um 5.03% im vierten Quartal 2015. Aufgrund der Daten der Asian Development Bank liegen die Interessen, in Indonesien zu investieren, auf dem höchsten Stand. „Was bedeutet dies? Ich bin sicher, dass Indonesien eine stabile Wirtschaft aufweist,“ sagte der Präsident.

 

Laut Präsident konnte die wirtschaftliche Stabilität Indonesiens nur erreicht werden, weil infrastrukturelle Entwicklungen und Investitionen als doppelter Motor des Wirtschaftswachstums ergiebige Ergebnisse und Durchbrüche erwirkt haben. Der Präsident meinte, alles, was dies ermöglichte, sei ganz einfach: Wirtschaftsreformen.

 

Der Präsident erläuterte, innerhalb eines Monats nach der Amtsübernahme kürzte die Regierung die verschwenderische Kraftstoffsubvention um 80% und befreite bis zu US$ 20 Milliarden jährlich von dem Etat, die nun für Infrastruktur, Gesundheit und Bildung verwendet werde. Seine Regierung leitete auch eine große Deregulierungskampagne ein, mit elf Maßnahmen für beschleunigte Hafenabfertigung, verbesserte Zolleinrichtungen, niedrigere Energiekosten für Industrie, und viele andere Reformen. Der Präsident deutete an, er sei bei seinen Bemühungen von Europa inspiriert, wo vor fünf Jahren angesichts der Finanzkrise viele europäische Länder dazu genötigt wurden, schwierige Reformen einzuführen. Spanien brauchte nur drei Jahre, nach Einführung der Reformen die Gesundung seiner Wirtschaft wiederzuerlangen, und Irland boome erneut, sagte der Präsident. Zudem sagte der Präsident, Indonesien werde die Vereinfachung der Regelungen fortsetzen und werde weiterhin seine Wirtschaft öffnen.

 

Das Deutsch-Indonesische Businessforum wurde von der Botschaft der Republik Indonesien in Berlin in Zusammenarbeit mit dem Asien-Pazifischen Ausschuss der deutschen Industrie und dem OAV Hamburg ausgerichtet. Am Forum nahmen 270 Teilnehmer aus dem indonesischen und deutschen Geschäftskreisen teil.

 

Stärkung der Wirtschaftskooperation stellt eines der Hauptanliegen des Arbeitsbesuches des Präsidenten in Europa dar, insbesondere Handel und Investition. In dieser Hinsicht traf der Präsident mit den Vorstandsvorsitzenden mehrerer deutschen Großunternehmen zusammen: Meyer Werft GmbH &  Co.KG, Ferrostaal GmbH, Bayer AG, Siemens AG, Daimler AG, und die Deutsche Bank AG.

 

Viele Kooperationsvereinbarungen zwischen deutschen und indonesischen Firmen mit einem Gesamtvolumen von US$ 845.6 Millionen wurden während des Besuches ebenfalls unterzeichnet: PT Aneka Tambang mit Ferrostaal, PT Pelni mit Meyer Werft, PT Pindad mit Junggans Microtech, APRIL with Inapa, und PT PLN mit Siemens.